Inside OFM

Community, Leidenschaft und Dialog – im Gespräch mit OFM-Communitymanagerin „Irrwicht“

Seit 2009 ist sie Teil des OnlineFussballManagers und seit vielen Jahren die Brücke zwischen Büro und Spielern: Communitymanagerin Irrwicht.
Im Interview mit InsideOFM spricht sie offen über ihre Arbeit, den Discord, die Feedbackkultur und ihre Wünsche für das Miteinander.


Einführung & Persönlichkeit

InsideOFM: Was steckt hinter deinem Nicknamen?
Irrwicht: Ich bin großer Harry-Potter-Nerd und habe diesen Nick schon vor vielen Jahren für Spiele genutzt und einfach beibehalten. Ein Irrwicht ist im Harry-Potter-Universum ein Wesen, das die Form deiner größten Angst annimmt, um dich zu schlagen bzw. sich gegen dich zu wehren.

InsideOFM: Seit wann bist du Teil des OFM-Teams – und wie bist du dazu gekommen?
Irrwicht: Ich bin im November 2009 zum OFM gekommen, also schon vor einer ganzen Weile, und gehöre somit zu den Urgesteinen hier im Büro. Ich kannte DrMaik schon vorher und bin über ihn zum OFM gekommen.

InsideOFM: Was hat dich an der Aufgabe als CM besonders gereizt?
Irrwicht: Ich helfe gerne und versuche, Probleme für andere zu lösen. Vor fast 20 Jahren habe ich bei einem anderen Browsergame ehrenamtlich angefangen und bin seitdem fast ohne Unterbrechungen im CM-Bereich tätig. Ich habe so einige Communities kennengelernt und die Dynamiken, die diese haben können, und ich bin immer noch gerne dabei.

InsideOFM: Spielst du selbst aktiv OFM – und wie läuft dein Verein aktuell?
Irrwicht: Ich habe anfangs sehr aktiv gespielt. Hab beim Start von AT und CH sogar noch um die Meisterschaft mitgekämpft. Aber dann kamen zwei Kinder und ich glaube, in Babypause Nummer zwei beging ich den klassischen Fehler und habe die Verträge nicht verlängert… weg war mein Verein. Also musste ich neu starten. Jetzt spiele ich entspannt in Jamaika vor mich hin, genieße die Sonne, das ruhige Leben und habe mich vor Kurzem über den erstmaligen Einzug in die Regionalliga gefreut. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Spielposition – stressfrei, entspannt – und wir feiern einfach die kleinen Erfolge. 🙂

InsideOFM: Wenn du den OFM in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Irrwicht: Einzigartig – Herausfordernd – Überlebenskünstler.


Arbeit als CM

InsideOFM: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Irrwicht: Den typischen Arbeitsablauf gibt es so eigentlich gar nicht bei mir. Wir sind ja eine sehr kleine Firma. Dementsprechend ist man ein wenig die eierlegende Wollmilchsau, und ich mag das auch. Dadurch gibt es immer ein wenig Abwechslung. Grundlegend schaue ich direkt nach dem Aufwachen auf mein Handy, ob irgendetwas brennt oder der Tag ruhig startet. Je nachdem arbeite ich manchmal noch im Schlafanzug erste Anfragen oder Probleme ab. Viele User können nur morgens und abends reinschauen. Deshalb versuche ich, Loginprobleme etc. direkt schnell morgens zu lösen, bevor die User zur Arbeit müssen, oder abends auf der Couch noch für sie da zu sein.
Ansonsten checke ich – im Büro angekommen – die Server, gehe die Mails durch, schaue durchs Forum und den Discord-Server. Da fallen täglich genügend Anfragen an, die man erst mal bearbeitet. Außerdem arbeite ich an bestimmten Arbeitsschritten der Events mit (Übersetzungen, Formulierungen, hauptsächlich Textarbeit), kümmere mich um die Merch-Verwaltung und andere organisatorische Dinge. Aktuell plane ich zum Beispiel unser CM-internes Teamtreffen für Ende November. Früher gehörte auch die Gamescom-Planung dazu, dort waren wir aber schon ein Weilchen nicht mehr präsent.

InsideOFM: Welche Aufgaben machen dir besonders Spaß – und welche sind eher „Pflichtprogramm“?
Irrwicht: Die Planung von Veranstaltungen macht mir großen Spaß. Den Support rund ums Spiel mache ich ebenfalls sehr gerne. „Pflichtprogramm“ klingt sehr negativ. Es gibt Momente in diesem Job, die sind nicht wirklich angenehm. Aber sie gehören eben auch dazu. Ich bin manchmal der Bote, der verprügelt wird, obwohl sich an der Nachricht nichts ändert – und das sind die Momente, auf die man sich nicht unbedingt freut. Oft wird um Dialog und Austausch gebeten, aber es ist am Ende nur ein „an die Wand“ stellen. Du weißt schon vorher, dass du keinen Blumentopf gewinnen kannst, musst aber dennoch raus und es über dich ergehen lassen. Das sind keine besonders schönen Momente. Dem entgegen stehen aber auch sehr viele angenehme Momente, nette Worte und reflektierte Sichtweisen, und deshalb macht es am Ende doch immer wieder großen Spaß. Ich hab in der Spielebranche schon viele kommen und gehen sehen und glaube deshalb auch so fest an den OFM – auch wenn das manch anderer nicht nachvollziehen kann.

InsideOFM: Was war bisher dein schönster Moment in deiner Rolle als CM?
Irrwicht: Ich glaube, ich habe gar nicht den einen Moment. Jedes Mal, wenn sich ein User freut und bedankt, weil wir ihn wieder in sein Team reinbekommen haben oder nach größeren Problemen wieder auf einen grünen Zweig geführt haben. Jedes Mal, wenn ich mit sehr verärgerten Usern ins Gespräch gehe, mir die Zeit nehme für ausführliche Antworten, mich über Tage hinweg mit ihm unterhalte und wir ruhig und sachlich reden und er am Ende doch weiterspielt. Jedes Mal, wenn ich früher die Wanderpokale sponsern durfte und wir dann dort waren und die User persönlich kennengelernt haben. Das sind alles große Momente und Erinnerungen. Aber eben auch die alltäglichen Freuden, wenn ich einfach helfen kann.

InsideOFM: Gibt es Situationen, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind – positiv oder herausfordernd?
Irrwicht: Ja, da gibt es einige. Ich erinnere mich an die sehr hitzige Situation in der 1. Liga Mexiko vor ein paar Jahren, als mehrere Vereine die Ligaspiele manipuliert haben, um einen User am Gewinnen der Meisterschaft zu hindern, nur weil er im Spiel mehr Geld ausgibt als die meisten anderen User. Das hat uns im Büro sehr geschockt, und wir haben damals hart durchgegriffen. Alles musste schnell gehen, weil es bereits der vorletzte Spieltag war. Es gab mehrere Sperren und Geldstrafen. Außerdem gab es dazu eine sehr lange und hitzige Diskussion im Forum. Das hat mich viel Energie gekostet und auch ein wenig fassungslos gemacht, was dort teilweise für Mobbing-Strukturen entstanden sind.
Als positives Beispiel bringe ich gerne noch mal die Wanderpokale an. Die waren immer großartig – mit viel Herzblut und Einsatz von den Usern organisiert und von uns gesponsert. Es ging dabei durch die ganze Republik, immer an unterschiedlichen Veranstaltungsorten. Und es war toll, mit all den Menschen zusammenzusitzen. Der ursprüngliche Wanderpokal hat auch immer noch einen Ehrenplatz in unserem Büro.

InsideOFM: Wie gehst du mit Kritik oder emotionalen Diskussionen in der Community um?
Irrwicht: Ich versuche mir immer wieder zu sagen: Sie meinen dich nicht persönlich, denn sie kennen dich nicht. Aber ich gebe zu, manchmal ist das schwer. Wenn mich ein Ticket mit „Ihr geldgeilen H****söhne“ grüßt, dann ist das nicht besonders schön, aber das ignoriere ich für die erste Antwort. User schreiben aus ihrem aktuellen Ärger heraus. Am nächsten Tag ist es meist schon viel ruhiger. Ich versuche es deshalb nicht zu überbewerten. In Tickets fällt es deutlich leichter, ruhiger zu bleiben und mit dem User zu arbeiten und am Ende auf einer vernünftigen Kommunikationsebene zu landen. Im Forum zum Beispiel ist dies schwieriger. Man ist in einem Thread grundlegend der Prügelknabe aus dem Büro, auf den sich gleichzeitig mehrere User stürzen, ihren Frust rauslassen und meist auch nicht lesen wollen, was man selbst dazu zu sagen hat. Das macht einen echten Austausch oftmals sehr schwer, und dort fällt es mir dadurch auch deutlich schwerer, es nicht persönlich zu nehmen. Grade im vergangenen Jahr bin ich dort dann durchaus mal emotional geworden. Wenn man das Gefühl bekommt, es wird gar nicht mehr zugehört, die Antwort wird gar nicht richtig gelesen oder in ihrer Aussage völlig verdreht, dann fehlt einem der Antrieb, diese Diskussion weiterzuführen. Ich habe mich dort deshalb wieder etwas zurückgezogen und das Feld dem eigentlichen Boardteam überlassen. Das ist, denke ich, die beste Lösung. Ich habe jahrelang versucht, mit mehr Transparenz und offener Kommunikation Verständnis für verschiedene Belange zu wecken. Das ist mir nur in Teilen geglückt – und das muss ich akzeptieren.
Kritik gehört zur Kommunikation dazu, und ich kann damit gut umgehen. Ich wünsche mir einfach, dass es sachlich passiert und man sich dann auch ernsthaft austauschen kann. Man muss in der Lage sein, die Sichtweise oder Darlegung des Gegenübers zu verstehen. Ansonsten ist ein Dialog schwierig und sinnfrei.


Die OFM-Community

InsideOFM: Wie würdest du die OFM-Community beschreiben?
Irrwicht: Leidenschaftlich. Zwiegespalten zwischen „alten Hasen“ und neuerer Generation Gamer. Treu!

InsideOFM: Gibt es etwas, das dich an der Community besonders beeindruckt?
Irrwicht: Sie lieben den OFM mit Haut und Haaren, teilweise schon seit über 20 Jahren. Und sie investieren viel Leidenschaft, Zeit und Herzblut in ihre Vereine. Es gibt super kreative Vereinsgeschichten, FunCup-Legenden und viele tolle Fanprojekte.

InsideOFM: Welche Themen bewegen die Spielerinnen und Spieler derzeit am meisten?
Irrwicht: Das unterscheidet sich tatsächlich ein wenig je nach Kommunikationsplattform. Grundlegend ist es aber die Angst vor der Zukunft des OFM. Hier spielen Themen wie die App und P2W eine große Rolle. Auch die Userzahl zählt dazu. Wir diskutieren über die Anzahl an Events und die Zeitintensität solcher Aktionen im Spiel. Hier scheiden sich dann auch die Geister unter den Usern. Die eine Seite mag genau das – mehr zu tun, schnellere Erfolge, mehr Abwechslung. Die andere Seite fühlt sich gezwungen, dort mitzumachen, und sieht Schwierigkeiten in den erspielbaren Vorteilen. Sie möchten am liebsten den OFM von damals weiterspielen, der sich aber so leider nicht finanzieren lässt. Ein weiteres Thema, welches User und CMler gleichermaßen Nerven kostet, sind die Videos und ihre Verfügbarkeiten.

InsideOFM: Gibt es ein Community-Projekt oder Event, das dir besonders am Herzen liegt?
Irrwicht: Ich fühle mich auf dem Discord-Server sehr wohl. Hier kann man auch mal ein kleines Pläuschchen mit Usern halten, ohne sich direkt in Fronten zu bewegen. Ich mag den hilfreichen Charakter dieser Supportplattform. Es wird schnell und wertfrei geantwortet und geholfen. Die Stimmung ist sehr angenehm und konstruktiv.
Ich mag auch die von Usern organisierten FunCup-Turniere. Da steckt viel Engagement und Zeit drin. Sehr schöne Sache.

InsideOFM: Was würdest du dir von der Community im Umgang miteinander wünschen?
Irrwicht: Ich wünsche mir von uns allen mehr Respekt und Toleranz für andere Meinungen, für andere Spielstile und Sichtweisen. Ich wünsche mir, dass wir uns austauschen können, ohne zu erwarten, dass der andere am Ende meiner Meinung sein muss. Man kann die andere Seite auch verstehen, ohne seine eigene Ansicht über den Haufen werfen zu müssen. Verschiedene Ausgangspositionen haben zwangsläufig unterschiedliche Sichtweisen – und das ist auch ok. Ich kann die meisten Anliegen der User sehr gut nachvollziehen. Ich sehe aber eben auch die andere Seite, weshalb ich weiß, dass beides seine Berechtigung hat.


Der Community-Discord

InsideOFM: Seit 2024 gibt es ja den OFM-Community-Discord. Wie ist die Idee dazu im OFM-Team aufgenommen worden?
Irrwicht: Im OFM-Team freuen wir uns über die mittlerweile recht hohe Teilnehmerzahl auf dem Discord und schätzen die Plattform als konstruktiven Austauschplatz mit unseren Usern.

InsideOFM: Welche Rolle spielt der Discord mittlerweile für dich und das Team im Austausch mit den Spielern?
Irrwicht: Ich bin nahezu täglich auf dem Discord unterwegs und nutze ihn gleichwertig mit Forum und Ticketsystem. Wir haben mittlerweile auch dort eine Ticketschnittstelle eingerichtet bekommen und bearbeiten Supportanliegen. Außerdem bin ich auch privat gerne mal am Plaudern dort. 🙂

InsideOFM: Wie unterscheidet sich die Kommunikation dort vom Forum?
Irrwicht: Sie ist weniger persönlich oder beleidigend. Auch dort wird Kritik geübt und mal Frust rausgelassen, aber wir kommen meist schnell wieder zu einer vernünftigen Unterhaltung zurück, und man hat das Gefühl, es wird einem auch zugehört. Das bedeutet nicht, dass einem alles gefallen muss, was ich zu sagen habe. Aber zumindest wird es angenommen, und man denkt darüber nach. Würde ich es mit einem realen Gespräch vergleichen, so fühlt es sich so an: Im Discord lässt man mich aussprechen und denkt über meine Argumente/Erklärungen zumindest nach.

InsideOFM: Gibt es bestimmte Formate oder Aktionen auf Discord, die dir besonders gefallen?
Irrwicht: Ich finde die „schnelle Hilfe“ richtig toll. User antworten anderen Usern dort sehr zeitnah auf ihre Probleme und geben sich gegenseitig Tipps und Infos. Außerdem mag ich den Stammtisch mit der „Info des Tages“ von Jorei und die kleinen Pläuschchen, die wir da mitunter mal haben. Auch der Eventbereich ist sehr angenehm. Die Struktur ermöglicht schnelle Infos und einen gezielten Austausch. Ich werte das Eventfeedback immer gerne aus für die internen Runden.

InsideOFM: Wie hat sich die Community durch den Discord verändert – positiver Zusammenhalt, mehr Feedback, direkter Austausch?
Irrwicht: Ich habe mit einigen Usern geredet, die lieber auf dem Discord sind, weil sie sich über das Spiel austauschen wollen und von zu viel Negativität an anderen Orten die Nase voll hatten. Die User auf dem Discord verteidigen ihre „ruhigere Heimat“ hier auch oftmals, was ich sehr schön finde. Letztendlich ist es ein Userprojekt, und die User gestalten sich diesen Raum alleine und können bestimmen, wie wohl man sich am Ende des Tages dort dann fühlt. Für mich ist der Discord sehr positiv, weil es mir allein technisch schon einen viel schnelleren und direkteren Austausch ermöglicht. Selbst wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, kann ich über die App von überall schnell darauf zugreifen und noch mal fix was beantworten. Das erleichtert vieles.

InsideOFM: Hast du vielleicht eine Lieblingsanekdote oder ein Erlebnis vom Discord, das dir im Gedächtnis geblieben ist?
Irrwicht: Oha, mein Gedächtnis. Ich hab viele User echt lieb gewonnen und finde es sehr schön, sie auf diese Weise auch noch mal anders kennenzulernen. Da freut man sich ganz ehrlich mit, wenn der eine Papa wird oder wenn der andere seine Masterarbeit endlich fertig hat, nachdem man ihn in langen Gesprächen oft genug abgelenkt hat. 😀 Ich hab noch ’ne Rechnung im Kicktipp offen mit Hoppel, aber den Hasen schnappe ich mir noch!
Auch die erste Weekend League habe ich noch gut im Gedächtnis. Bensvine und ich haben quasi im Schichtdienst das komplette Turnier begleitet und konnten Support auf die Minute bieten. Wir waren im regen Austausch mit den Discord-Usern und fieberten gemeinsam mit den Top 512 mit, Runde für Runde. Das hat echt Laune gemacht.


Feedback- & Gesprächskultur

InsideOFM: Wie wichtig ist dir ein respektvoller Umgang in Diskussionen – sowohl untereinander als auch mit dem Team?
Irrwicht: Respekt ist die Basis für jede vernünftige Unterhaltung. Ein Dialog, eine gesunde Diskussion kommt nur zustande, wenn sich beide Seiten auch zuhören und bereit sind, über das Gesagte nachzudenken und die andere Position zu verstehen.

InsideOFM: Wie versucht ihr, konstruktive Kritik und Feedback aus der Community aufzunehmen und umzusetzen?
Irrwicht: Spezifisch bei Events sammle ich immer das Feedback über alle Plattformen ein, fasse es zusammen und nehme es mit in unser internes Feedbackmeeting. Hier schauen wir dann, was wir beim nächsten Mal eventuell ändern können, verbessern können oder schlicht besser kommunizieren müssen. Generelles Feedback am OFM und dem laufenden Spiel gebe ich in regelmäßigen Abständen weiter. Manchmal besprechen wir Dinge am Mittagstisch, manches liest der Chef auch selbst (vor allem im Forum). Die aktuelle Anpassung der AWP, um dem Stärkestau entgegenzuwirken, ist zum Beispiel eine direkte Reaktion auf Userfeedback. Wir können nicht immer alles umsetzen und auch nicht sofort. Aber wir notieren uns vieles und schauen, wo es wie dazwischenpasst und Sinn ergibt.

InsideOFM: Welche Form von Feedback hilft euch im Team am meisten weiter?
Irrwicht: Konstruktives Feedback! Meint: Benenne das Problem, erkläre, was daran problematisch ist, und gib gerne an, wie es für dich sinnvoll wäre. „Alles scheiße“ bringt uns halt nicht weiter. Je konkreter und unemotionaler ein Thema dargelegt wird, desto einfacher ist es, darauf einzugehen und die Machbarkeit einzuordnen.

InsideOFM: Gibt es etwas, das du dir von den Spielerinnen und Spielern im Austausch wünschen würdest – zum Beispiel mehr Verständnis, mehr Mitwirkung oder mehr Gelassenheit?
Irrwicht: Gelassenheit ist eine schöne Sache, bei einem leidenschaftlichen Spiel aber vermutlich oftmals schwierig. Ich wünsche mir manchmal etwas mehr Realismus und Verständnis für den Wandel der Zeit, dem wir genauso unterliegen wie alle anderen Bereiche des Lebens auch. Es mag nicht immer schön sein, wie sich die Welt entwickelt. Man muss sich dennoch ein Stück weit anpassen, wenn man darin überleben will.


Blick hinter die Kulissen

InsideOFM: Wie eng arbeitest du mit dem Entwicklerteam, Support oder Geschäftsführung zusammen?
Irrwicht: Wir sind ja ein sehr kleines Team in einem offenen Büro. Ich habe ca. 3–4 m zwischen meinem Schreibtisch und dem des Chefs. Ich bin nicht in wirtschaftliche Entscheidungen involviert, aber wir haben für alles andere sehr kurze Dienstwege. Sitze ich an einem schwierigen Supportticket, welches ich technisch nicht selbst lösen kann, so ist der Weg zum Entwicklerteam sehr kurz. Das bedeutet nicht, dass sich immer alles direkt lösen lässt. Aber wenn ich schreibe „ist weitergeleitet“, dann ist das auch bereits passiert. Bugs versuchen wir immer sehr schnell und unkompliziert zu lösen. Feedback bezüglich Entwicklungen und Änderungen durchlaufen naturgemäß einen längeren Prozess. Da wir ein kleines Team sind, hat hier jeder viel zu tun und mehrere Aufgaben auf dem Schreibtisch.

InsideOFM: Gibt es regelmäßige Teammeetings, in denen ihr Community-Themen besprecht?
Irrwicht: Nein, so direkt gibt es die nicht. Das ist immer wieder überall eingestreut – Eventfeedback, Meetings zu neuen Eventideen, am Mittagstisch, am Kaffeeautomaten, im Büro zwischendurch. Extra Meetings wären da etwas überdimensioniert. Das erledigen wir einfach täglich zwischendurch.

InsideOFM: Wie stark fließt das Community-Feedback tatsächlich in die Spielentwicklung ein?
Irrwicht: Hier muss man wohl zwischen Events und OFM-Spiel unterscheiden. Es gibt viele tolle Ideen für das Spiel, aber vieles davon ist so ohne Weiteres nicht umsetzbar oder würde einen größeren Rattenschwanz an Änderungen nach sich ziehen. Deshalb ist es dort schwieriger, aber dennoch gelingt uns das ab und an. Bei den Events ist es deutlich einfacher, Feedback unterzubringen, und das tun wir nahezu jedes Mal. Wiederholen wir Eventthemen, dann ist da immer auch das Feedback vom vorherigen Event eingeflossen – zu Bereichen, Balancing, Bedienbarkeiten und anderen Themen. Allein in der Betaphase werden noch sehr viele Dinge nach Wunsch geändert und optimiert.

InsideOFM: Gibt es ein Beispiel, wo Communityideen direkt umgesetzt wurden?
Irrwicht: Jahrelang wurde sich ein Ausbau des Stadionumfeldes gewünscht und mehr Möglichkeiten im Spiel, Geld zu verdienen. Mit den Events konnten wir dann Gebäude zur Verfügung stellen, die dem Wunsch entsprachen. Auch die Jugendakademie basiert auf dem Wunsch der User, schon in der Jugend individueller fördern zu können. Es gab früher immer wieder Probleme und massiven Betrug bei den Friendlies. Wir wurden oft angeschrieben und gebeten, etwas zu unternehmen. Daraufhin setzten wir uns lange zusammen und entwickelten die Friendly-Änderungen, die diesen Betrugsmaschen ein Ende setzten. Es ist noch nicht perfekt (falsche Aufstellung bei Anpfiff), aber deutlich besser als vorher. Jetzt stehen die AWP-Änderungen an, die aus dem direkten Useranliegen rund um den Stärkestau entspringen. Wir schauen also immer wieder, wie wir Anliegen und Wünsche sinnvoll eingebaut bekommen.


Zukunft & Vision

InsideOFM: Worauf dürfen sich die Spielerinnen und Spieler in Zukunft freuen?
Irrwicht: Da darf ich leider noch nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Aber ich weiß, dass ich mich schon sehr auf das Jahr 2026 freue – und ihr dürft das auch. 😉

InsideOFM: Gibt es neue Community-Projekte oder Ideen, die du schon anteasern darfst?
Irrwicht: Wir wollen beim Teamtreffen im November über das Forum beraten und schauen, wie wir es wieder besser strukturieren, leiten und gestalten können. Wir wollen auch dort gelegentliche Gewinnspiele einbinden, wie wir es bereits auf dem Discord tun. Außerdem gibt es jetzt diesen neuen Newskanal von dir (Ulmoll). Eventuell bekommen wir hier sogar eine Schnittstelle mit dem Spiel realisiert, die automatisch mit Spielergebnissen versorgt. Das würde ich schön finden.

InsideOFM: Wie siehst du die Rolle der Community in der zukünftigen Entwicklung des OFM?
Irrwicht: Die Community wird immer eine große Rolle spielen, und ich hoffe, wir werden gemeinsam spannende Orte gestalten für Austausch und Zusammensein. Ich bin mir sicher, wir werden wieder wachsen und mehr Leben in die Bude bringen!

InsideOFM: Was wäre dein persönlicher Wunsch für das Miteinander in der Community in den nächsten Jahren?
Irrwicht: Ich würde mich auch in zehn Jahren noch gerne morgens mit einem „Moin“ bei den Usern melden und über die Spielberechnung schimpfen, die mir mal wieder den Sieg versemmelt hat. Dann finden wir alle gemeinsam die „Tine“ ’ne halbe Stunde blöd und lachen anschließend drüber. Ein User fragt, wann das nächste Event endlich kommt, und ein anderer reagiert direkt geschockt, weil er schon zwei spielen musste und das doch grade bestimmt erst ’ne Woche her ist. Am Ende nehmen das alle aber mit Humor und finden ihren Weg im OFM, der zu ihrer Zeitkapazität passt, und genießen stressfrei. Es ist einfach ein Spiel – unser Spiel!


Persönlicher Abschluss

InsideOFM: Gibt es etwas, das du der Community sagen möchtest?
Irrwicht: Einige von euch rollen schon mit den Augen, wenn sie meinen Namen lesen. Andere freuen sich, wenn ich auftauche. Das ist völlig ok. Ich bin gerne für euch da und werde eure Anliegen immer ernst nehmen und so gut es geht vertreten. Es wird euch nicht immer zufriedenstellen, das weiß ich. Aber ich möchte, dass ihr wisst, dass ich – und alle anderen im CM-Team – tagtäglich für euch kämpfen, eure Wünsche anbringen, für eure Sorgen einstehen und immer schauen, wie gut wir euch platzieren und einbinden können in die Entscheidungen der Zukunft. Auch für uns ist das manchmal frustrierend, weil wir euch oftmals gerne andere Ergebnisse präsentieren würden. Aber das Leben ist leider kein Ponyhof, und wir müssen oft Nachrichten überbringen, die nicht gefallen. Ich bitte euch hier im Namen meiner Kollegen: Schlagt nicht den Boten! Behaltet bei allem Ärger immer auch im Blick, dass sie auch oft nur User sind, die im Support anderen Usern helfen. Wir treffen keine wirtschaftlichen Entscheidungen. Wir umsorgen die Community.

InsideOFM: Wenn du an die Zukunft des OFM denkst – was macht dich besonders optimistisch?
Irrwicht: Ich bin jetzt 16 Jahre beim OFM. War davor bei einem anderen Browsergame im Support und spiele selbst schon weit länger verschiedene Spiele auf verschiedensten Plattformen. Ich habe unglaublich viele Spiele kommen und gehen sehen. Nahezu alle großen Browsergames, mit denen man noch in den Anfängen konkurrierte, welche die Startseiten bei Browsergames.de und Co. dominierten – sie sind fast alle weg. Und sie hatten Millionen User. Der OFM hatte an die 220.000 User, als ich damals anfing. Im Vergleich zu anderen war das nichts. Man nahm uns oft nicht ernst, wir wurden gerne übersehen und belächelt. Aber wir sind immer noch da, wo die meisten anderen bereits verschwunden sind. Es gab viele Fußballmanager, die es versucht haben und uns doch nicht ersetzen konnten.
Ich glaube an dieses Produkt, und das tun alle im Büro. Das tun vor allem auch unsere User, die uns so lange treu geblieben sind und uns am Leben halten. Genau das macht uns stark! Das neue Jahr wird neue Chancen bringen, und ich bin mir sicher, dass wir dann wieder wachsen werden.

Die Fragen dieses Interviews stammen von Ulmoll für InsideOFM.
Ein herzliches Dankeschön an Irrwicht für die offenen Worte, die spannenden Einblicke und die Zeit, die sie sich für unsere Community genommen hat.

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